3 Der Faktor „Angst“ vor dem Koreakrieg

3.2 Die westdeutsche Bevölkerung als „emotional community“

In diesem Kapitel wird Rosenweins methodischer bbilnsatz der „emotional community“ bbiluf die westdeutsche Bevölkerung übertragen (vgl. Kap. 2.2.4). Dies impliziert, dass die gesamte Bevölkerung ein „system of feelings“ teilt, dass sie also gemeinsame Werte und Emotionen vertritt und ausdrückt. Die Angst wegen des Ausbruchs des Koreakriegs soll mit dieser Methode untersucht werden.

Um aus der Zeit heraus „Angst“ zu verstehen, wird die zeitgenössische Definition in Kapitel 3.2.1 untersucht. Ein Mittel, um Einstellungen und Emotionen zu erfragen, sind Bevölkerungsumfragen, deren Ergebnisse in Kapitel 3.2.2 dargestellt und untersucht werden. Außerdem drückt sich Angst im Verhalten aus. Dieses Verhalten hinterlässt historische Spuren, die in Kapitel 3.2.3 Thema sind. Die Beziehung von „öffentlicher Meinung“ und „veröffentlichter Meinung“ wird in Kapitel 3.2.4 diskutiert. Die Frage nach einer spezifischen „German Angst“ soll mithilfe des Konzepts der „emotional community“ und eines Vergleichs mit anderen europäischen Ländern in Kapitel 3.2.5 beantwortet werden.

3.2.1 Zeitgenössische Definition von „Angst“

In Anlehnung an Ute Freverts Methode (vgl. Kap. 2.2.5) soll das allgemeine Verständnis von Angst durch die zeitgenössische Definition aus Enzyklopädien analysiert werden. In Deutschland ist für diese Methode nur eine von zwei in der Nachkriegszeit weit verbreiteten Enzyklopädien relevant. In diesem Fall wird der 1952 in der 16. Auflage erschienene, völlig neubearbeitete Brockhaus verwendet. Das zweite weitverbreitete Konversationslexikon von Meyer erschien nach der achten Auflage, dem „Braunen Meyer“ von 1936 bis 1942, durch Verlust der kompletten Stichwortkartei im Zweiten Weltkrieg erst ab 1971 in der neunten Auflage wieder neu und ist daher hier nicht verwendbar.[1]

Der Brockhaus von 1952 beschreibt Angst zusammengefasst als:

„Affekt oder Gefühlszustand, der im Unterschied zur Furcht einer unbestimmten Lebensbedrohung entspricht. […] Alle Neurosen haben einen Angsteinschuß, der von der Psychoanalyse auf verdrängte Triebkonflikte zurückgeführt wird. […] Angst entstehe aus Furcht vor Triebverzicht. […] Melancholie, Schizophrenie, Delirium. Zwang scheint immer nur auf dem Boden der Angst zu entstehen. Die allgemeine Unsicherheit nach dem Kriege hat zu einer bisher unerhörten Verbreitung der Angst mit entsprechender Steigerung der neurotischen Anfälligkeit geführt.“[2]

Angst wird hier in Anlehnung an Kierkegaard von Furcht unterschieden und weiterhin zum psychoanalytischen Verständnis der „verdrängten Triebkonflikte“ in Bezug gesetzt, bekommt also einen stark sexuellen Charakter, wie bei der Angst aus „Furcht vor Triebverzicht“ ersichtlich ist. Der pathologische Aspekt der Angst wird nochmal besonders durch die Beziehungen zu klinisch-psychologischen Störungen hervorgehoben. Interessant ist besonders der letzte Satz, der unterstreicht, dass die „Unsicherheit nach dem Krieg“ (und nicht der Krieg selbst!) zu verstärkter „neurotischer Anfälligkeit“ geführt habe. Insgesamt ist die Pathologisierung der Angst in den Elementen dieses Lexikoneintrags kaum zu übersehen.

Zu einer genauen Analyse könnte nach der Methode von Frevert auf weitere Emotionsbegriffe zurückgegriffen werden, um ein Verständnis des gesamten Konzepts von Emotionen aus der Zeit zu gewinnen. Auch Nussbaum hat für die historische Emotionsforschung angeregt, die gesamte Literatur einer Zeit zu untersuchen (vgl. Kap. 2.1.1). Dies würde eine nicht zu bewältigenden Quellenmasse schaffen: Sämtliches archiviertes Material müsste auf seinen emotionalen Gehalt untersucht werden, von Protokollen über Briefe, hin zu belletristischer und wissenschaftlicher Literatur, Presseberichte, Radiosendungen, etc. Prinzipiell könnte dann alles von der Vergangenheit Erhaltene als emotional gehaltvolle Quelle gelten.

Bei einem vergleichbaren Vorgehen verweist die Mittelalterhistorikerin Rosenwein darauf, die Häufigkeit aller emotionalen Wörter in den vorhandenen Quellen zu zählen, um danach verschiedene „emotional communities“ hinsichtlich der Ergebnisse zu vergleichen (vgl. Kap. 2.2.4). Dieser Ansatz scheint zuerst illusorisch für die neuere Geschichte. Er ist jedoch durch die moderne Informationstechnologie umsetzbar, da es seit diesem Jahr möglich ist, die deutschsprachige Literatur, die mittlerweile fast in ihrer Gesamtheit digitalisiert worden ist, per Suchmaschine auf die Häufigkeit bestimmter Schlüsselwörter hin zu untersuchen.[3] Besonders die Begriffe „Angst“, „Sorge“ und „Furcht“ zeigen im deutschsprachigen Korpus einen interessanten Verlauf in ihrer prozentualen Häufigkeit (vgl. Abbildung 1).

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Abbildung 1: „Angst,Sorge,Furcht (1900–2008)“, in: Google Ngram Viewer (29.09.2011), http://books.google.com/ngrams/graph?content=Angst,Sorge, Furcht&year_start=1900&year_end=2010&corpus=8&smoothing=3 [abgerufen am 29.09.2011].

[4]

Neben einem leichten Anstieg zum Ersten Weltkrieg und einem zweiten, starken Anstieg während des Zweiten Weltkriegs, wird erst seit Mitte der 1970er Jahre in der Literatur vermehrt das Wort „Angst“ geschrieben. Die Häufigkeit der Begriffe „Sorge“ und „Furcht“ variiert nur wenig bzw. sinkt. Diese Ergebnisse müssen vorsichtig interpretiert werden, aber sie passen zum Bild, dass in den 1950er Jahren weniger über Angst geschrieben (und gesprochen) wurde als dies heute der Fall ist. Erst Ende der 1950er Jahre gab es Aufrufe beispielsweise des Philosophen Günther Anders, in der jungen Bundesrepublik Emotionen zuzulassen und über Angst zu sprechen.[5] Somit reicht es nicht allein auf das Auftreten des Stichworts „Angst“ in den Quellen zu achten. Es müssen andere Ausdrucksweisen der entsprechenden Emotion in dieser Arbeit übersetzt werden. Dies verlangt mehr „zwischen den Zeilen“ zu lesen, um die Emotion zu erkennen. Weitere Quellen und Methoden, die für die Untersuchung des Beispiels von 1950 besonders geeignet sind, werden in den folgenden Unterkapiteln untersucht und vorgestellt.

3.2.2 Bevölkerungsumfragen

Die Nachkriegszeit war der Beginn der regelmäßigen Durchführung von Bevölkerungsumfragen in Westdeutschland.[6] Dieses Instrument der Sozialforschung wurde aus Amerika „importiert“. Die Amerikaner wollten das Meinungsbild der Bevölkerung erheben, um den Erfolg ihres Einsatzes zur Demokratisierung der Deutschen beurteilen zu können. Aber auch die deutsche Politik entdeckte früh den Nutzen dieser Umfragen für das politische Tagesgeschäft.

So bilden die „Jahrbücher der öffentlichen Meinung“[7] des Allensbach-Instituts unter Leitung von Elisabeth Noelle-Neumann die Angst durch den Ausbruch des Koreakrieges durch Umfragen zur Kriegsangst vor und nach Ausbruch des Koreakriegs besonders gut ab. Dabei ist die parteipolitische Ausrichtung der Institute zu beachten. So neigen die Allensbacher Umfragen eher dazu, „die christdemokratische Regierung zu unterstützen.“[8] Doch die Untersuchungen des Instituts EMNID[9] (erst nach Ausbruch des Koreakriegs ab Juli 1950), die OMGUS-Berichte[10] (von 1945-1949) aus der amerikanischen Zone und die Berichte der Hohen Kommission (HICOG)[11], die auch auf Umfragen basieren, liefern zusätzlich Aufschluss über die emotionale Befindlichkeit der Bevölkerung.

Damit Umfragen verlässlich über die Meinung der Bevölkerung Auskunft geben können, müssen sie wissenschaftlichen Kriterien genügen: Sie müssen an einer repräsentativen und ausreichend großen Stichprobe erhoben sein, die Fragestellung darf nicht suggestiv sein und der Einfluss der vorgegebenen Antwortmöglichkeiten auf mögliche Ergebnisse muss berücksichtigt werden.[12] Umfrageforschung war in den 1950er Jahren noch ein junges Forschungsfeld und erfüllt die heutigen wissenschaftlichen Standards nicht. Doch anstatt diese auskunftsfreudigen Quellen generell abzulehnen, ist es sinnvoll, sie in ein Gesamtbild aus verschiedenen Methoden und Quellen einzubetten und kritisch zu überprüfen, ob die Ergebnisse der Umfragen auch durch andere Methoden bestätigt werden. Zuletzt haben sie auch deswegen historische Bedeutung, da sie nicht nur von den Amerikanern, sondern auch von der deutschen Politik als bedeutsam erachtet wurden.[13]

Das eindeutigste Ergebnis der Allensbach-Umfragen ist der rasante Anstieg und das langsame Abklingen der Kriegsangst in Westdeutschland bei Ausbruch des Koreakriegs (vgl. Abbildung 2). Auf die Frage „Machen Sie sich Sorge, daß in diesem Jahr ein neuer Weltkrieg ausbrechen könnte?“ antworteten im Juni 1950 doppelt so viele Befragten (deren Gesamtanzahl nicht aufgeführt ist) mit „Ja“, wie noch im April.

Noelle/Neumann (Hrsg.): Jahrbuch der öffentlichen Meinung 1947/1955, S. 354

Abbildung 2: Noelle/Neumann (Hrsg.): Jahrbuch der öffentlichen Meinung 1947/1955, S. 354

[14] Erst nach knapp drei Jahren ist die Kriegsangst wieder auf das Niveau vom April 1950 gesunken.

Die EMNID-Daten deuten darauf hin, dass vor allem die „jüngeren Jahrgänge der Bevölkerung zu höheren Prozentsätzen an einen Ausbruch des Krieg glaubten, während bei zunehmendem Alter die Prozentsätze, die einen Krieg für unwahrscheinlich hielten, anstiegen.“[15] Schon seit 1946 gingen immer wieder Gerüchte um: „Perhaps the most significant rumor was that of a war between the United States and the Soviet Union.“[16] Im Koreakrieg schienen sich diese Gerüchte zu bestätigen. Für einige Wochen glaubten mehr Westdeutsche an den Ausbruch eines weiteren Weltkriegs innerhalb eines Jahres, als an dessen Ausbleiben.

Die Angst wurde folglich messbar höher, sobald sie an die Perzeption eines bedrohlichen Ereignisses gebunden war, in diesem Fall an die Perzeption des Koreakriegs: Die damit verbundene Vorstellung eines dritten Weltkriegs in Deutschland oder die Vorstellung der persönlichen oder familiären Beteiligung löste eine situationsgebundene Kriegsangst aus.

Die Konflikte in der Bevölkerung, die in der Angst vor Krieg und dem Wunsch nach Sicherheit bestanden, werden in den Umfragen zur Wiederbewaffnung erkennbar. Für Geyer liegt in Meinungsumfragen der Schlüssel „zur Enträtselung des sonderbaren Paradoxons […], daß eine Nation gegen die Wiederbewaffnung ist und trotzdem für ebenjene Regierung stimmt, die Streitkräfte und Kernwaffen eingeführt hat.“[17] Eine Beteiligung Westdeutschlands an einer Europa-Armee wurde von 40% der Bevölkerung (August 1950) befürwortet,[18] doch die persönliche und familiäre Bereitschaft, wieder Soldaten zu stellen war niedrig: Drei Viertel aller Befragten waren bis Ende 1950 dagegen.[19] 35% lehnten im Dezember 1950 die deutsche Wiederbewaffnung im Sinne Adenauers ab, 27% stimmten zu.[20] Ein großer Teil der Befragten enthielt sich. Geyer sieht einen Grund für den Widerspruch darin, dass ein großer Teil der öffentlichen Meinung gegen die Wiederbewaffnung

„national, wo nicht ausgesprochen nationalistisch motiviert [war]. Der Grund für die Opposition von dieser Seite war, daß die Wiederbewaffnung, so wie die Regierung Adenauer sie betrieb, ausdrücklich nicht zum Wiedererstehen einer nationalen deutschen Armee führen sollte.“[21]

Schumacher hingegen versteht die unterschiedlichen Antworten eher als Ausdruck eines Dilemmas, das durch den Koreakrieg noch einmal verstärkt wurde:

„Dieses Dilemma der Öffentlichkeit zwischen dem Wunsch nach Sicherheit und der daraus resultierenden Unterstützung der Westintegration einerseits, und dem Wunsch nach Wiedervereinigung und der daraus resultierenden Kooperationsbereitschaft mit dem Osten andererseits manifestierte sich auch in der Frage der Wiederbewaffnung. […] Genau wie im Fall der europäischen Integration befürchteten viele Westdeutsche, daß eine Wiederbewaffnung die Überwindung der Teilung unmöglich machen würde: ’Rearmament of West Germany represents for many people the last and final step in the division of Germany. Once this decision is taken only a civil war can be counted on to reestablish unity.‘“[22]

Die Reaktion auf die Bedrohung war also der Versuch, Sicherheit und Freiheit zu bewahren und dies zugleich mit einem Rückzug ins Private und politischer Apathie zu verbinden.

Der Wunsch nach wirtschaftlicher Sicherheit war besonders stark: Die Befragungen von 7000 Westdeutschen aus der amerikanischen Zone zwischen 1946 bis 1947, ob ihnen wirtschaftliche Sicherheit oder zivile Freiheit wichtiger sei, haben „notorisch den Vorrang der Sicherheit vor der Freiheit“[23] ergeben. Etwa 62% der Befragten würden eine Regierung, die ersteres bietet, bevorzugen, und nur 26% die letzte Option.[24] Über den deutschen „emotionalen Neutralismus“ und seine Widersprüche waren die Amerikaner „tief verunsichert“.[25]

Die Ergebnisse der Meinungsumfragen sind vorsichtig und, wie bereits betont, nur innerhalb eines Netzwerks verschiedener Methoden auszuwerten. Ein Kritikpunkt ist beispielsweise, dass nur die Kriegsangst erfragt wurde. Eine ergebnisoffene Frage nach „Ängsten und Sorgen“ hätte einen Vergleich zwischen verschiedenen Angstobjekten möglich gemacht, um die Bedeutung der Kriegsangst insgesamt zu bewerten. Trotz der Kritik an der Methodik der 1950 durchgeführten Meinungsumfragen lässt sich das Ergebnis auch durch andere Methoden bestätigen, wie das nächste Kapitel zeigt.

3.2.3 Hamsterkäufe und Panikverhalten

Am konkretesten lässt sich die Angst bei Ausbruch des Koreakriegs in den panischen Verhaltensäußerungen von Teilen der Bevölkerung erkennen:

„Die bekannte Bonner Journalistin Hilde Purwin berichtete von dem ‚großen Schrecken’, der beim Ausbruch des Koreakrieges um sich griff und jenen 25. Juni 1950 zum ‚schwärzesten Tag’ seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs geraten ließ. Viele Leute hätten ihre Koffer für die Flucht gepackt und kauften, wenn sie schon ein Auto besaßen, Benzinkanister für ein Ausweichen nach Holland, Belgien oder Luxemburg. Alle hätten zu ‚hamstern’ begonnen. ‚Es war wie in den schlechten alten Zeiten: Zucker und Öl wurden nach Hause geschleppt, Konserven aller Art, sogar Kohlensäcke. Gerüchte kamen auf und machten böses Blut’ – etwa in der Frage von Rationierungsmaßnahmen.“[26]

Die Panik funktionierte in der ohnehin noch instabilen Lage auf den deutschen Warenmärkten wie eine selbsterfüllende Prophezeiung.[27] Weil schon im August 1950 aus Angst vor Mangel Vorräte für den „Weihnachtszucker“ angelegt wurden, gab es Ausverkäufe, die wie eine Bestätigung der Angst wirkten. Dies zwang die Bundesregierung zu Maßnahmen. Das Lebensmittelkartensystem war erst vor Kurzem abgeschafft worden, deswegen stand die Bundesregierung „vor dem Dilemma, die Zuckerpreise aus politischen und sozialen Gründen noch stärker subventionieren zu müssen – darauf bestand auch der DGB. Sie beschloss unter dem Druck explodierender Importpreise eine moderate Preiserhöhung.“[28]

Dass ein kleiner Teil der Gesellschaft, wenn er in Panik gerät, durch sein Verhalten indirekt die gesamte Gesellschaft verängstigen kann, lässt sich aus der Umfrage vom August 1950 ableiten. Nur 7% haben angegeben, dass sie die Zuckerknappheit vorausgesehen und einen Zuckervorrat angelegt hatten.[29] Diese 7% haben jedoch ausgereicht, um das gesamte Wirtschaftssystem in Bedrängnis zu bringen und Zuckervorräte zu verknappen, wenn auch nur kurzzeitig.

Das Verhalten, Vorräte anzulegen, zeigt die Verbindung von Vergangenheitserfahrung (Zweiter Weltkrieg) und Zukunftsantizipation (Dritter Weltkrieg) beim Ausbruch des Koreakriegs auf. Es bestand eine Angst vor Armut in Zusammenhang mit Kriegsangst und der Angst vor dem Zerfall staatlicher und gesellschaftlicher Ordnung.[30]

Neben den Angsteinkäufen gibt es Berichte über Berliner Kinder, die die Angst der Erwachsenen aufgriffen und „Korea, Korea, der Krieg kommt immer näher“ sangen.[31] Auch die „Scheu vor dem Wohnen in Hochhäusern als für die feindliche Luftwaffe leicht identifizierbaren Zielen“ ist Ausdruck dieser Angst.[32] Ebenfalls zu beobachten ist eine Konjunktur religiöser Ausdrucksformen der Angst, wie Marienerscheinungen mit Russenvisionen, zwischen 1949 und 1953.[33] In Folge der Wiederbewaffnungsdiskussion nach Ausbruch des Koreakriegs gab es kurzzeitig vermehrt Demonstrationen, die eine verstärkte pazifistische „Ohne mich“-Stimmung kund gaben, doch diese ebbten schon schnell wieder ab.[34]

An anderen statistisch nachweisbaren Verhaltensänderungen wie veränderte Lebenshaltungskosten,[35] verstärkter Abschluss von Versicherungen,[36] verändertes Reise- oder Verkehrsaufkommen lassen sich keine eindeutigen Veränderungen nachweisen. Die statistischen Jahrbücher sind zeitlich nicht fein genug aufgelöst, um solche flüchtige Angstwellen festzuhalten.

Problematisch ist, dass es keinen eineindeutigen Zusammenhang zwischen Emotionen und Verhalten gibt. Verhalten kann nur dann auf Angst zurückgeführt werden, wenn durch mehrere Methoden, beispielsweise Verhaltensmaße und Umfrageergebnisse, die auf die historischen Fakten bezogen werden, das gleiche Ergebnis erzielt wird.

3.2.4 „Veröffentlichte“ Meinung:
Pressemeinungen zum Koreakrieg

Ein „Gespenst der Angst“ geht um, so beschrieb Richard Tüngel treffend die emotionale Stimmung der Bevölkerung Ende August 1950:[37]

„Daß in Westdeutschland viele Menschen in einem ständigen Zustand der Angst leben, wird niemand leugnen wollen, der offenen Sinnes aufnimmt, was er täglich in seiner Umgebung hört oder sieht. Es ist nicht mehr ein Gefühl der Furcht, das die Menschen beherrscht, der Furcht vor einem bestimmten Ereignis, das aus ganz bestimmten Gründen eintreten muß, sondern einer ganz allgemeinen panischen Angst, zu deren Erklärung der einzelne, wenn er gefragt wird, erst nach Gründen suchen muß.“[38]

Vom Ausbruch des Koreakriegs wurde in allen Zeitungen in Deutschland berichtet. So lautete der Spiegel-Titel „Probe-Krieg Korea“,[39] was sich darauf bezog, dass Stalin als Hintermann des Koreakriegs vermutet wurde, der feststellen wolle, „nicht nur was die USA, sondern was die Vereinten Nationen sich bieten lassen.“[40]

Dass die Nachrichten aus Radio und Zeitung die beiden bedeutendsten Medien für Informationen zum Koreakrieg im Jahr 1950 waren, belegen die Umfragen des Allensbach-Instituts zur Nutzung von Medien bei Ausbruch des Koreakriegs: Auf die Frage „Verfolgen Sie die Nachrichten aus Korea?“ antworteten im Juli 1950 die Befragten zu 86% mit „Ja, laufend“ oder „Ja, gelegentlich“, nur 13 % mit „Nein“ und nur 1% hat noch „nichts von Korea gehört“.[41] Die Personen, die mit „Ja“ antworteten, unterrichteten sich über dieses Thema zu 42% durch das Radio, zu 40% durch die Zeitung und 6% durch Gespräche. Das Fernsehen gewann erst ab 1954 an Bedeutung. Da sich Radiosendungen nur sehr aufwendig auswerten lassen und in der Literatur selten erwähnt werden, bleibt es hier bei der Untersuchung der Pressereaktionen auf den Koreakrieg.

Choi untersucht in seiner Dissertation detailliert die Auswirkungen des Koreakriegs auf die Diskussion der westdeutschen Wiederaufrüstung in der Presse und in der öffentlichen Meinung.[42] Er analysiert die Zeitungen „Kölnische Rundschau“, „Rheinische Post“ und „Rheinischer Merkur“ als CDU-nahe Zeitungen, „Neuer Vorwärts“ und „Hannoversche Presse“ als SPD-nahe Zeitungen, die „Westdeutsche Rundschau“ als FDP-nahe Zeitung, „Neues Deutschland“ als KPD-nahe Zeitung und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, weiterhin die Wochenmagazine „Zeit“ und „Spiegel“.[43] Vor Ausbruch des Koreakriegs wurde die Wiederbewaffnung von allen bedeutenden Blättern abgelehnt, mit Ausnahme des Rheinischen Merkurs, der durch den Entwurf einer neuen Verteidigungsrolle Deutschlands, veröffentlicht von Chefredakteur Franz Albert Kramer, im November 1948 einen „Sturm der Entrüstung“ auslöste.[44] Nach Beginn des Koreakriegs wurde vor allem die Frage der Parallelität zwischen Deutschland und Korea in den Zeitungen diskutiert und ob für Deutschland eine ähnliche Situation denkbar wäre. Choi stellt fest, dass alle Zeitungen vor allem in den ersten 4 Wochen, die Parallelität Deutschlands mit Korea hervorhoben. Nur bei der Welt, der FAZ und der Rheinischen Post veränderte sich danach das Meinungsbild „von der Ablehnung zur Befürwortung der Wiederaufrüstung fast genau ein Monat nach dem Ausbruch des Korea-Krieges“.[45]

Dies unterstützt die Theorie, dass mediale „Angstwellen“ etwa vier Wochen anhalten. Auch Lemke konstatiert, dass sich das „veröffentlichte“ Meinungsbild von einer Bedrohungsperzeption zu einer „realistischeren Sicht“ entwickelte:

„Doch während konservative Blätter an der angeblichen Parallelität zwischen Korea und Deutschland festhielten und als Konsequenz eine deutsche Wiederbewaffnung nahelegten, sahen linke und liberale Zeitungen zwar durchaus eine allgemeine Bedrohung durch die Sowjetunion, hielten jedoch den Vergleich Deutschlands mit Korea von Anfang an für ‚abwegig’ und gingen gegen ‚Panikgerüchte’ an. Sie verwiesen darauf, dass ein Überfall durch die Volkspolizei einen für den Osten folgenschweren Angriff auf die Westmächte darstellen würde. Auch sei der Kommunismus in Korea – im Unterschied zu Deutschland – nicht aus militärischen Gründen so erfolgreich, sondern weil die katastrophalen Zustände in Südkorea den Invasoren ‚Tür und Tor’ geöffnet hätte.“[46]

Durch einen Vergleich von Meinungsumfragen und den Kommentaren in der Presse zeigt Choi auf, „daß die führenden Tages- und Wochenzeitungen der Bundesrepublik nicht die Haltung der Bevölkerung widerspiegeln.“[47]

Insgesamt lässt sich also feststellen, dass die Zeitungen zwar in den ersten Wochen die Emotionen der Bevölkerung spiegelten, später aber ihre Meinungen auch in Abhängigkeit der Parteinähe tendenziell veränderten. Hier wird die sinnvolle Trennung zwischen „öffentlicher“ und „veröffentlichter“ Meinung, auch in Hinsicht auf die Bedrohungsperzeption der deutschen Bevölkerung, nochmals verdeutlicht.

Anhand statistischer Auswertung der Häufigkeit von angstrelevanten Begrifflichkeiten und sprachlichen Wendungen ließe sich auch für die Presse ein „Angstbarometer“[48] erstellen, was jedoch aufgrund fehlender, statistisch auswertbarer Datenbasis für das historische Material nicht angewandt werden konnte.

3.2.5 „German Angst“ vor einem „deutschen Korea“?

Zumindest für die Ängste nach Ausbruch des Koreakriegs lässt sich feststellen, dass es keine pathologisch erhöhte „German Angst“ gab. Aus Ländern in ganz Europa gibt es Berichte über Angst durch den Beginn des Koreakriegs, der fast überall in Europa, sowohl Ost- wie Westeuropa, als auch den USA, mit der Sowjetunion und ihrem Expansionswillen in Zusammenhang gebracht wurde. So erreichten auch in Polen die Kriegsgerüchte mit dem „Charakter einer Kriegspsychose“[49] ihren Höhepunkt zu Beginn des Koreakriegs:

„In Warschau erzählte man sich, dass sich Freiwillige zur koreanischen Armee melden würden. Ein anderes, recht makabres Gerücht besagte, in den Bergen würden sich ‚Leute verstecken, die nachts Morde begehen, um die Verwundeten in Korea mit Blut zu versorgen’. Bemerkenswert ist, dass auch einige im Westen des Landes stationierte Offiziere der polnischen Armee dieser Kriegspsychose erlagen und meinten, dass ‚der Krieg in Korea der Beginn des Dritten Weltkrieges ist’. In mehreren Fällen gerieten Offiziere in Panik und beantragten ihre Versetzung auf Verwaltungsposten oder nach Zentralpolen. Dieses Motiv – die Annahme, der Koreakonflikt sei der Auftakt zu einem Dritten Weltkrieg – verband sich oft mit der Prognose eines raschen Sieges der Amerikaner und ihrer Verbündeten, der zur Befreiung Polens von der kommunistischen Herrschaft führen würde. So war ‚Verbreitung feindlicher Propaganda’ im Zusammenhang mit dem Koreakrieg auch ein Grund für eine Reihe von Verhaftungen.“[50]

Die Verhaltensweisen in der Bevölkerung waren kurz nach Beginn des Koreakriegs in Polen ähnlich wie die in Deutschland:

„In Posen und Łódź riefen Mütter ihre Kinder aus dem Sommerferienlager zurück. Die latente Kriegsangst verstärkte sich im Verlauf des Koreakrieges weiter. Wiederholt kam es zu Hamsterkäufen von Grundnahrungsmitteln. In Lublin und Warschau verknappten sich Dinge des täglichen Bedarfs wie Seife, Fett, Salz und Zucker.“[51]

Die Angst bei Ausbruch des Koreakriegs war somit eher durch die als bedrohlich empfundene Lage an der Grenze zwischen Ost- und Westblock bedingt, vergleichbar zur koreanischen Lage, als durch eine spezifisch nationale pathologische Ängstlichkeit.

Auch Frank Biess steht „derartigen Annahmen einer psychopathologischen Konstante wie auch der Übertragung individualpsychologischer Kategorien auf ganze Gesellschaften eher skeptisch gegenüber“[52], wenngleich auch er „ein extremes Sicherheitsbedürfnis“[53] in Deutschland feststellt, das durch das „gefühlsbasierte Wissen der Deutschen um die inneren Abgründe des Menschen und das Katastrophenpotenzial der Moderne“[54] provoziert werde. „Mehr als in anderen Ländern empfanden die Deutschen ihre neu gewonnene Geborgenheit nach 1945 als prekär und fragil.“[55]

Axel Schildt analysiert in seinem Aufsatz zur Mentalitätengeschichte der Bundesrepublik Deutschland vier zentrale und verbundene „Angstkomplexe“:

„die öffentlich immer wieder thematisiert und sehr wirksam politisch funktionalisiert wurden: die Angst vor Krieg und äußeren Feinden, die Angst vor der Zerstörung der inneren Ordnung, die Angst vor einem ökonomischen Kollaps und die Angst vor apokalyptischen Gefahren in der ‚Risikogesellschaft’“.[56]

Die Frage, ob „kollektive Schuldgefühle“ oder die „Unfähigkeit zum Trauern“[57] dabei eine Rolle spielen, [58] wie es im Buch von Sabine Bode vermutet wird, weil sie Angst verstärken, kann wegen fehlender wissenschaftlicher Belege der Bedeutsamkeit psychoanalytischer Theorien für historische Prozesse hier nicht beantwortet werden.

Die genannten Quellen legen den Schluss nahe, dass die westdeutsche Gesellschaft in Hinsicht auf die Angst als „emotional community“ betrachtet werden kann. Die westdeutsche Bevölkerung sah sich durch die Parallelität der Lage an der Grenze des Ost-West-Konflikts von einem möglichen Angriff durch die Sowjetunion bedroht, die als Akteur hinter dem Koreakrieg vermutet wurde. Aber auch die polnische Bevölkerung teilte diese Bedrohungsperzeption, weswegen eine pathologische Form einer „German Angst“ bei Ausbruch des Koreakriegs nicht zu erkennen ist.

Eine Besonderheit gibt es aber zu vermerken, die eine neue Interpretation von „German Angst“ im Sinne einer gesamtdeutschen Angst ermöglicht: Lemke zeigt in seinem Aufsatz,

„dass der Koreakonflikt diesen Prozess [die zunehmenden Spannungen zwischen Ost und West] zwar politisch, das heißt auf den internationalen und deutschen Entscheidungsebenen beschleunigte, aber in beiden deutschen Gesellschaften einen pazifistischen ‚Schulterschluss’ bewirkte, der zu einer zeitweiligen Verzögerung der Teilungsdynamik und separaten Blockintegration zu Beginn der 1950er Jahre beitrug.“[59]

Auch in der sowjetischen Zone gab es Kriegsängste. Die SED versuchte, diese mit einer Spendenaktion für die Nordkoreaner zu instrumentalisieren, doch aufgrund der Offensichtlichkeit dieser Instrumentalisierung ebbte die Spendenwelle sehr bald ab.[60] In ihrer Angst vor einem Krieg waren die Deutschen auf beiden Seiten des „eisernen Vorhangs“ in einer „emotional community“ vereint.

Zur Interpretation der Ängste in der gesamtdeutschen Bevölkerung lässt sich das Bild Bourkes nutzen (vgl. Kap. 2.4.3). Aus der Hintergrundsangst, die aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges und der Unsicherheit beim Aufbau des neuen Staates genährt wurde, wird bei Ausbruch des Koreakriegs eine konkrete Situationsangst.


  1.   Rahn, Kathrin: „Meyers Konversations-Lexikon“, in: Lexikon und Enzyklopädie (27.11.2011), http://www.lexikon-und-enzyklopaedie.de /meyerskonversationslexikon.php [abgerufen am 27.11.2011].
  2.   „Angst“, Der große Brockhaus, Bd. 1, 16. Aufl., Wiesbaden: Brockhaus 1952, S. 287.
  3.   Michel, Jean-Baptiste u. a.: „Quantitative Analysis of Culture Using Millions of Digitized Books“, in: Science 331/6014 (2011), S. 176-182.
  4.   „Angst,Sorge,Furcht (1900–2008)“, in: Google Ngram Viewer (29.09.2011), http://books.google.com/ngrams/graph?content=Angst,Sorge, Furcht&year_start=1900&year_end=2010&corpus=8&smoothing=3 [abgerufen am 29.09.2011].
  5.   Anders, Günther: Die Antiquiertheit des Menschen. Über die Seele im Zeitalter der zweiten industriellen Revolution, Bd. 1, Beck 1956.
  6.   Vgl. Kruke, Anja: Demoskopie in der Bundesrepublik Deutschland. Meinungsforschung, Parteien und Medien 1949–1990, Düsseldorf: Droste 2007 (Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien 149); Schwarz, Hans-Peter: „Die Westdeutschen, die westliche Demokratie und die Westbindung im Licht von Meinungsumfragen“, in: Cooney, James A. u. a. (Hrsg.): Die Bundesrepublik Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika. Politische, soziale und wirtschaftliche Beziehungen im Wandel, Stuttgart: Klett-Cotta 1985, S. 87-144.
  7.   Noelle/Neumann (Hrsg.): Jahrbuch der öffentlichen Meinung 1947/1955; in der englischen Übersetzung: Noelle-Neumann, Elisabeth und Erich Peter Neumann (Hrsg.): The Germans. Public Opinion Polls 1947–1966, Allensbach: Verlag für Demoskopie 1967.
  8.   Geyer, Michael: „Der Kalte Krieg, die Deutschen und die Angst. Die westdeutsche Opposition gegen Wiederbewaffnung und Kernwaffen“, in: Naumann, Klaus (Hrsg.): Nachkrieg in Deutschland, Hamburg: Hamburger Edition 2001, S. 267-318, hier S. 275.
  9.   Emnid-Institute für Produktionsgüter-Marktforschung, Verbrauchsforschung, Verkaufsforschung, Werbeforschung, Meinungsforschung, internationale Marktforschung: Emnid-Informationen. Wöchentlicher Dienst der Emnid K.G.K.V. Stackelberg, Bielefeld: Emnid 1950, S. 1f; zitiert nach: Choi, Hyung-Sik: Zur Frage der Rolle des Korea-Krieges bei der westdeutschen Wiederaufrüstungsdebatte und des Einflusses auf die prinzipielle Entscheidung für die Wiederaufrüstung im Kontext der Aktualisierung des Ost-West-Konfliktes, Düsseldorf: Dissertation Heinrich-Heine Universität Düsseldorf 1994.
  10. Merritt, Anna J. und Richard L. Merritt (Hrsg.): Public opinion in occupied Germany. The OMGUS Surveys 1945–1949, Urbana: Univ. of Illinois Press 1970.
  11. Vgl. Schumacher: Kalter Krieg und Propaganda, S. 200.
  12. Westermann, Rainer: Wissenschaftstheorie und Experimentalmethodik. Ein Lehrbuch zur Psychologischen Methodenlehre, Göttingen: Hogrefe 2000; Fisseni, Hermann-Josef: Lehrbuch der psychologischen Diagnostik, 3. Aufl., Göttingen: Hogrefe 2004; Lienert, Gustav A. und Ulrich Raatz: Testaufbau und Testanalyse, 6. Aufl., Landsberg: Beltz 1998.
  13.   Schumacher: Kalter Krieg und Propaganda, S. 174, Anm. 3.
  14. Noelle/Neumann (Hrsg.): Jahrbuch der öffentlichen Meinung 1947/1955, S. 354.
  15. Choi: Zur Frage der Rolle des Korea-Krieges, S. 288f.
  16. Merritt/Merritt (Hrsg.): Public opinion in occupied Germany, S. 134.
  17. Geyer: „Der Kalte Krieg, die Deutschen und die Angst“, S. 272f.
  18. Lemke, Michael: „Wahrnehmung und Wirkungen des Koreakrieges im geteilten Deutschland“, in: Kleßmann, Christoph und Bernd Stöver (Hrsg.): Der Koreakrieg. Wahrnehmung - Wirkung - Erinnerung, Köln: Böhlau 2008, S. 74-98, hier S. 88.
  19. Choi: Zur Frage der Rolle des Korea-Krieges, S. 290.
  20. Noelle/Neumann (Hrsg.): Jahrbuch der öffentlichen Meinung 1947/1955, S. 175.
  21. Geyer: „Der Kalte Krieg, die Deutschen und die Angst“, S. 281.
  22. Schumacher: Kalter Krieg und Propaganda, S. 188.
  23. Schildt, Axel: „‚German Angst‘. Überlegungen zur Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik“, in: Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) (Hrsg.): Annäherungen an die Westdeutschen, Göttingen: Wallstein 2011, S. 31-43, hier S. 39.
  24. Merritt/Merritt (Hrsg.): Public opinion in occupied Germany, S. 187.
  25. Schumacher: Kalter Krieg und Propaganda, S. 175.
  26. Lemke: „Wahrnehmung und Wirkungen des Koreakrieges im geteilten Deutschland“, S. 91.
  27. Vgl. Merton: „Die Eigendynamik gesellschaftlicher Voraussagen“.
  28. Lemke: „Wahrnehmung und Wirkungen des Koreakrieges im geteilten Deutschland“, S. 91f.
  29. Noelle/Neumann (Hrsg.): Jahrbuch der öffentlichen Meinung 1947/1955, S. 384.
  30. Schildt: „German Angst“, S. 41.
  31. Lemke: „Wahrnehmung und Wirkungen des Koreakrieges im geteilten Deutschland“, S. 75: Lemke verweist in der Anmerkung auf den entsprechenden Bericht: „Bericht, 29.3.1952, in: Landesarchiv Berlin (LAB), C Rep. 101, Nr. 5589.“.
  32. Schildt: „German Angst“, S. 35.
  33. Scheer, Monique: „‚Unter Deinem Schutz und Schirm fliehen wir‘. Religiöse Ausdrucksformen in der Angstkultur des Kalten Krieges“, in: Greiner, Bernd, Christian Th. Müller und Dierk Walter (Hrsg.): Angst im Kalten Krieg, Hamburg: Hamburger Edition 2009 (Studien zum Kalten Krieg 3), S. 322-346, hier S. 334f.
  34. Geppert: Die Ära Adenauer, S. 94f.
  35. Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952, Kohlhammer: Stuttgart 1952, S. 404: Das Jahrbuch erschien zwar 1952, umfasst aber auch die Daten von 1950, da es das erste statistische Jahrbuch seit Gründung der Bundesrepublik ist.
  36. Ebd., S. 388.
  37. Tüngel, Richard: „Gespenst der Angst“, in: Die Zeit 35 (1950).
  38. Ebd.
  39. Anonym: „Probe-Krieg Korea“, in: Der Spiegel 26/1950 (1950), S. 17-18.
  40. Ebd.
  41. Noelle/Neumann (Hrsg.): Jahrbuch der öffentlichen Meinung 1947/1955, S. 53.
  42. Choi: Zur Frage der Rolle des Korea-Krieges.
  43. Ebd., S. 280–327.
  44. Ebd., S. 230,264f.
  45. Ebd., S. 331.
  46. Lemke: „Wahrnehmung und Wirkungen des Koreakrieges im geteilten Deutschland“, S. 86.
  47. Choi: Zur Frage der Rolle des Korea-Krieges, S. 332.
  48. Scharloth, Joachim: „Einige Fakten zu Spiegel Online – Statistik zur Ressortentwicklung von 2000-2010. Teil 2.“, in: surveillance and security - Eine Sammlung zu computer- und korpuslinguistischen Methoden des politisch motivierten Internet-Monitorings (13.09.2011), http://www.security-informatics.de/ blog/?p=425 [abgerufen am 27.11.2011].
  49. Jarosz, Dariusz: „Kriegsgerüchte in Polen, 1946–1956“, in: Greiner, Bernd, Christian Th. Müller und Dierk Walter (Hrsg.): Angst im Kalten Krieg, Hamburg: Hamburger Edition 2009 (Studien zum Kalten Krieg 3), S. 310-321, hier S. 313.
  50. Ebd., S. 319f.
  51. Klimó, Árpád von und Jan C. Behrends: „Osteuropa und Stalins Krieg im Fernen Osten. Auswirkungen des Koreakrieges auf Polen und Ungarn“, in: Kleßmann, Christoph und Bernd Stöver (Hrsg.): Der Koreakrieg. Wahrnehmung - Wirkung - Erinnerung, Köln: Böhlau 2008, S. 55-71, hier S. 64.
  52. Biess: „German Angst“, S. 29.
  53. Ebd., S. 34.
  54. Ebd.
  55. Ebd.
  56. Biess: „Research Project ‚German Angst? A History of Fear and Anxiety in Postwar Germany‘“.
  57. Mitscherlich/Mitscherlich: Die Unfähigkeit zu trauern.
  58. Vgl. Bode: Die deutsche Krankheit. German Angst, S. 49.
  59. Lemke: „Wahrnehmung und Wirkungen des Koreakrieges im geteilten Deutschland“, S. 74.
  60. Vgl. ebd., S. 75–84.

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